Tuner = Böse
Als ich vor einigen Jahren durch die Stadt lief und an mir ein ziemlich lautes, durch Spoiler entstelltes Auto vorbei fuhr, dachte ich mir nur: „Muss das denn sein?!“ o_O
Da denkt doch tatsächlich jemand, er könne mich und meine Mitmenschen mit seinem GFK Bomber Fahrzeug mit vermutlich nur 50 PS beeindrucken.
Was damals nicht auf Anhieb geklappt hat, schlug ein, als ich den Führerschein, sowie ein Auto zur Hand hatte. In kürzester Zeit kam Anlage und Verstärker ins Auto und die Schrauberei an diversen anderen Teilen ging los.
Kernfrage: “Warum?”
Aber was bewegt die Leute dazu, ihr Transportmittel derart zu verändert und zu verbasteln, nur um aufzufallen?
Ich möchte mich kurz halten und die sicher sehr komplexe Antwort leicht darstellen:
Menschen sind AufmerksamkeitsGeil.

Gerade in der heutigen Zeit, der Ära der Überbevölkerung, ist es schwer für jeden einzelnen von uns wahrgenommen zu werden. Das Statussymbol Auto, mit dem man in gewissem Maß laut sein und sich der Öffentlichkeit präsentieren darf, ist in dieser Hinsicht ein Magnet der Aufmerksamkeit. Andere bedienen sich Mitteln wie Graffiti, einem Mikrophon oder vielleicht auch nur einem Pinsel und Farbe. Die Gruppe Menschen, um die es hier geht nennt man Künstler. Nicht jeder versteht jede Kunst, aber eins ist klar: Meistens ergattert sie Aufmerksamkeit, weil man von der Kreativität beeindruckt ist. Diese magnetische Kraft ist nicht immer von Vorteil und führt uns daher direkt zum nächsten Punkt, der auf die Problematik eingeht, die ich in diesem Artikel darstellen möchte.
“Der böse böse Tuner!”

Leider ist es, wie immer und überall der Fall, dass meist das Negative mehr auffällt, als das Positive. So auch auf der Straße. Die Bevölkerung sieht in Tunern generell Raudis, die nichts anderes im Schädel haben, als illegale Straßenrennen in der Stadt, Burnouts auf dem Supermarkt-Parkplatz und mit einer 2000 Watt Anlage Nachts um 3 durch eine Wohngegend zu fahren. Durchaus Dinge, die Aufsehen erregen. Welches Licht hier geworfen wird dürfte jedem klar sein.
Problem welches alle anständigen Tuner inklusive mir hierbei haben:
Kollateralschaden.
Jeden erwischt es, da wir Menschen dazu neigen alles zu verallgemeinern, was ich mit diesem Satz gerade selber getan habe.
“Parkplatzsommer”
Machen wir einen kleinen Abstecher.
Als ich das erste mal auf ein Treffen gefahren bin, hatte ich etwas die Hosen voll. Überall standen Leute, ich kannte keinen einzigen Menschen, geschweige denn die Autos. Um das ganze etwas in Zeit und Ort lokalisieren zu können: Es war das Jahr 2007, wir befinden uns auf dem Parkplatz des Reifen-Ihle in Neu Ulm an der Europastraße.
Da ich nicht vor hatte, einfach an dem Treffen vorbeizufahren (wie es übrigens viele tun -> aber darauf komme ich ein anderes Mal zu sprechen) gab ich mir einen Ruck und stellte mich spontan zu einer Gruppe dazu. Witziger Weise, merkte ich erst nach der Frage “Hey, darf ich mich zu euch stellen?” und der Antwort “Yo, warum nicht, hast ja auch nen Opel.”, dass ich mich mit meinem Opel Corsa C unbewusst zu einer Opel Gruppe gestellt habe. Es baute sich im Laufe der Zeit eine Freundschaft auf, welche ich bis heute immer noch wert schätze.
Treffen solcher Art (ich benutze nun absichtlich nicht das Wort “AutoTreffen”) blühen über die Sommerzeiten bemerkenswert auf. Der Erfolg lässt sich meiner Meinung an dieser Stelle mit der Vielfalt der Automarken messen. Porsche, Subaru Impreza Rally Car, Toyota Supra und viele weitere waren vertreten. Es war ein Sommertraum, welcher allerdings schnell endete.
Auf die Leute kommt es an!
Tuner sind Menschen, welche durch ihre Autos auffallen wollen. Hierbei gibt es wie überall welche, die es übertreiben müssen. Die anständigen Autofreaks leiden hierbei unter den “Raudis”, die den Bogen zu sehr überspannen.
An diesem Punkt kommen wir ins Spiel. “The Car Project” soll, um es etwas dramatisch klingen zu lassen, dieses Image ausbügeln. Die Leute die ich jedes mal bei einem Autotreffen kennen lerne, die Leute die voller Leidenschaft von ihrem Auto erzählen, wollen alle verstanden werden. Das ist denke ich menschlich. Die Tuner bedienen sich lediglich eines Werkzeuges, mit dem Sie sich auch noch fortbewegen können.





Schöner Artikel. Nett geschrieben, und ich finde meine Ansichten in vielen Punkten wieder, bis auf, dass ich nie Corsa gefahren wäre
Gruß; Satria